Rückschläge und Neubeginn - ein leiser Anfang
- info4263943
- vor 5 Tagen
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Rückschläge gehören zu jedem Neubeginn. Manchmal kommen sie einzeln, manchmal geballt – und manchmal genau dann, wenn man glaubt, endlich wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. Die Jobzusage, die zwei Wochen vor Start zurückgezogen wurde. Der erneut erforderliche Krankenhausaufenthalt. Die teure Fortbildung, die sich als nutzlos erweist und eine finanzielle Schieflage nach sich zieht. Rückschläge.
Wie geht man am besten mit Rückschlägen um? Wie baut man Resilienz auf, um nicht aus dem Gleis zu geraten, wenn ein Rückschlag, oder gleich mehrere Rückschläge, alle Pläne, Ideen und Must-do’s zunichte machen?
Gerne würde ich einen Blogpost/Newsletter mit dem Titel „5 Tips, wie man Rückschlägen am besten wegsteckt“ schreiben. Aber leider habe ich keine sicheren Lösungsvorschläge, Tips, oder Anleitungen dafür.
Wenn das Leben reingrätscht
Meine Mutter beschrieb diese Erfahrung so, als sie wieder ins Krankenhaus musste, nachdem sie gerade wieder anfing Laufen zu lernen. „Immer wenn man denkt, es läuft, grätscht einem einer rein!“
Das Leben grätscht rein.
Man fällt.
Es tut weh.
Bleiben wir bei der Sportanalogie. Was macht ein Fußballspieler, dem reingegrätscht wurde? Entweder, er ist so schwer verletzt dadurch, dass er auf der Bahre vom Platz getragen wird und ärztlich versorgt werden muss. Oder er steht auf und spielt weiter. So mancher Spieler läuft nach diesem Rückschlag noch zur Höchstform auf.
Wut, Trotz und die Kraft, wieder aufzustehen
Im wirklichen Leben kann ich das auch so handhaben. Wenn es mich knallhart umhaut, dann darf ich mir auch ärztliche Hilfe holen (wenn ich kann), damit ich dann später wieder sicher aufstehen kann.
Oder ich stehe sofort auf.
Und dann mache ich es wie im Fußball: ich gebe weiter mein Bestes, weil ich jetzt wütend bin, dass mein Lauf gestoppt wurde. Weil ich trotzig bin und mir sage „Jetzt erst recht!“.
Trotz und Wut werden in unserer Gesellschaft immer als negativ betrachtet. Das Ideal ist hier, Gelassenheit zu entwickeln, die Rückschläge an sich abgleiten zu lassen. Aber eine Grätsche gleitet nun mal nicht an mir ab. Sie trifft mich mit Wucht und schmerzt mich.
Wut und Trotz sind für mich Motoren, die mich weiter antreiben. Wieder aufzustehen, weiter zu laufen und mein Ding zu machen. Ich muss allerdings aufpassen, dass sie nur diese benötigte Antriebskraft auf mich ausüben und nicht langfristig Teil meiner Gefühlswelt bleiben. Denn dann habe ich am Ende statt schmerzender Beine von der Grätsche, die mir das Leben verpasst hat, nur Magenprobleme durch Bitterkeit, die ich selber verursache.
Ich gönne mir aber auch ärztliche Unterstützung. Aufstehen muss ich alleine, aber eine helfende Hand dabei zu haben, ist schön. Auch die Unterstützung durch die Familie oder durch Freunde kann schon helfen, wieder auf die Beine zu kommen und weiter zu gehen.
Neubeginn nach Rückschlag trotz Angst und Verzögerung
Ein Neubeginn in dem Bewusstsein, dass es immer wieder zu Rückschlägen kommen kann, kann dabei auch mal nur schleppend vorangehen. Denn häufige Rückschläge können verunsichern. Es entsteht Angst.
So viel Angst, dass man, wie gelähmt, gar nicht mehr recht anfangen will. Dieses Gefühl kenne ich auch gut. Schon oft hat meine Angst meine Wut und Trotzgefühle überdeckt und es passiert gar nichts.
Tolle Pläne mit Enddatum werden von dieser Angst dann einfach überrollt. Und es tritt so eine Verzögerung ein, die noch ärgerlicher ist, als ein Rückschlag, der von außen kommt. Denn hier ist die Verzögerung von mir selbst produziert.
Leider habe ich bislang noch kein gutes Rezept entdeckt, wie ich dieser Angst beikommen könnte. Am Ende ist es dann meine eigene Ungeduld, die mir aus diesem tiefen Tal heraushilft. Aber ich habe Zeit verloren, mal wieder.
Ein leiser Neubeginn
Der Beginn eines neuen Jahres ist immer eine guter Ansatzpunkt für einen Neubeginn. So habe ich mich entschieden, doch wieder zu bloggen, und endlich den YouTube-Kanal mit Leben zu füllen, der jetzt schon über ein Jahr darauf wartet. Kein großes Tamtam, ein bisschen leiser - ich mach’ einfach!
„Ganbatte, ne!” heißt in Japan nicht „Viel Glück“, sondern „Gib die Mühe, gib dein Bestes“.
Eine grundlegend andere Haltung. Sich immer Mühe geben, auch wenn es schwer fällt, Rückschlägen zum Trotz. Also stehe ich wieder auf, allen Rückschlägen der Jahre ‘ und 25’ zum Trotz, und gehe mit vielen kleinen Minischritten weiter. Ganbatte, ne!

