Perfektionismus als Blockade: Warum ich lange nichts veröffentlicht habe
- 1. Feb.
- 2 Min. Lesezeit

Ich hatte lange viel zu sagen – und habe trotzdem geschwiegen. Der Grund war nicht fehlende Ideen, sondern Perfektionismus. Die Angst, nicht gut genug zu sein. Nicht klar genug. Nicht professionell genug.
Die Angst, nicht gut genug zu sein
Perfektionismus tarnt sich oft als Anspruch. In Wahrheit ist er Angst.
Angst vor Bewertung, vor Ablehnung, vor Sichtbarkeit. Ich hatte ursprünglich geplant, überwiegend auf YouTube zu vloggen, denn ich bin nun einmal eine visuell ausgerichtete Person. Der Kanal besteht schon lange, aber dort passiert noch nichts.
Weil ich noch nicht “fertig” bin. Die Videos noch nicht gut genug sind. Das Licht nicht stimmt. Der Ton nicht gut ist. Oder ich einen Pickel auf der Nase habe, den man ja sehen könnte.
Mein persönlicher Stillstand
Nachdem ich unendlich lange brauchte, um überhaupt etwas zu filmen, stellte ich fest, dass ich sehr langsam war. Meine Videobearbeitung zog sich immer weiter hin, weil ich immer wieder etwas Neues, Besseres ausprobieren wollte. Dann zog ich die Reißleine und stoppte alles.
Ich war frustriert, weil ich endlich etwas veröffentlichen wollte.
Was sich verändert hat, als ich losgelassen habe
Heute weiß ich: Wachstum entsteht nicht im Perfekten, sondern im Tun. In unfertigen Gedanken. In ehrlichen Zwischentönen. Und die kann ich einfacher schriftlich präsentieren. Gebloggt habe ich früher schon, das ist mir nicht neu.
Und die Videos? Ich habe den Anspruch aufgegeben, wöchentlich ein perfektes Video hochladen zu wollen. Lieber weniger und unperfekt, aber dafür mit Spaß und regelmäßig.
Ich habe mich deshalb auch entschieden, meine Fahrradtour-Videos, die auf meiner Festplatte herumliegen, zum Teil sogar schon fertig bearbeitet, endlich zu zeigen. Ich will ja keine Reisevideos machen, sondern mit diesen Videos Mut und Lust zum Solo-Touring machen, deshalb glaube ich nicht, das es schadet, wenn die Videos nicht brandaktuell sind. Heute würde ich sie anders filmen. Aber sie sind trotzdem Teil meiner Geschichte. So gar nicht “cinematic”, dafür mit Ecken und Kanten und Sonnenflecken.
Und dieser Blog ist auch kein Endprodukt, sondern ein Prozess. Und genau das macht ihn für mich richtig.

