Wie ich meinen Kunststil gefunden habe – und warum es kein gerader Weg war
- vor 17 Stunden
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Viele angehende Künstler:innen stellen sich irgendwann dieselbe Frage: Wie finde ich meinen eigenen Stil?
Ich habe lange danach gesucht. Und ehrlich gesagt: Es war kein schöner, klarer Prozess mit einer plötzlichen Erleuchtung – sondern eher eine holprige Reise voller Umwege. Heute fühle ich mich zuhause in der Welt der Fine Art Fotografie und im Surface Pattern Design. Aber bis ich dort angekommen bin, habe ich vieles ausprobiert.
Mein Stil begann nicht mit einem Plan
Ich war schon immer kreativ. Ich habe mit verschiedensten Techniken experimentiert – aber nichts fühlte sich wirklich richtig an. Damals dachte ich noch, Kunst sei vielleicht einfach ein Hobby. Etwas, das man „nebenbei“ macht. Erst später kam langsam die Erkenntnis: Vielleicht möchte ich Kunst nicht nur machen – sondern wirklich darin leben.
Viele Stationen – und nichts passte ganz
Ich begann mit Stoffdesign, nähte Produkte und verkaufte sie auf Märkten und Etsy. Dann entdeckte ich zufällig die Welt der Headpieces, Fascinators und Haarschmuck für Hochzeiten. Ich war begeistert, brachte mir Techniken bei, kaufte Material, entwarf Kollektionen und verkaufte wieder online. Aber auch das fühlte sich nicht vollständig stimmig an. Rückblickend war es oft so: Ich liebte den kreativen Prozess – aber nicht das Wiederholen, nicht das Produzieren nach Bestellung, nicht das Gefühl, mich in ein System pressen zu müssen.
Fotografie kam durch einen Umweg
Für meine Produkte brauchte ich gute Fotos. Die ersten Fotos machte ichnicht selbts, aber ich musste sie selbst bearbeiten – obwohl ich keine Ahnung davon hatte. Also begann ich Photoshop zu lernen und plötzlich merkte ich: Das Bearbeiten der Fotos macht mir mehr Freude als das Herstellen des Produktes selbst. Und schon während der Shootings dachte ich: Das kann ich auch. So bin ich zur Fotografie gekommen.
Die Suche im großen Feld der Möglichkeiten
Fotografie ist riesig. Ich probierte Porträts, Produktfotografie, Stillleben, Makro. Doch ich war unsicher, was für mich das Richtige sein könnte.
Blumenfotografie war ein Wendepunkt
Meine ersten Blumenfotos entstanden in Japan – beim Wandern, an Tempeln, unterwegs. Und plötzlich wusste ich: Das ist es. Ich wollte dieFreude an der Natur Freude teilen. Zuhause fotografierte ich weiter: am Straßenrand, in Nachbarsgärten, später in Parks. Makro faszinierte mich – aber es war noch nicht mein Stil.
„Das ist es!“ – Der Moment mit Prismen
Irgendwann entdeckte ich Lensbaby-Objektive und später Prismen. Und da war dieser Gedanke: Das ist mein Blick. Die Unschärfen, die Lichtflecken, die kleinen Zufälle – das fühlte sich plötzlich nach mir an. Aber ich war immer noch unsicher.
Collagen als mein eigener Weg
Da ich immer schon Freude an Collagen gehabt hatte, kam die Idee, Collagen aus meinen Fotos zu erstellen. Ich suchte bewusst, ob jemand genau so arbeitet – nicht, weil Inspiration schlecht ist, sondern weil ich nicht kopieren wollte. Ich wollte etwas Eigenes. Und in meinen Collagen aus Prismenfotografie habe ich genau das gefunden: Licht, fließende Formen, Natur – und einen Stil, der sich richtig anfühlt.
Stil entsteht nicht über Nacht
Was ich heute gelernt habe: Ein persönlicher Stil ist kein Branding-Trick. Er entsteht nicht durch Nachdenken allein. Er ist die Summe aus allem, was dich bewegt. Und er entwickelt sich durch Tun. Mein Stil ist nicht fertig – aber er ist meiner Auch heute entwickle ich mich weiter, z.B. im Pattern Design. Es ist nicht leicht, Fotografie und klare Vektoren zu verbinden – aber genau darin liegt die nächste spannende Herausforderung. Mein Stil ist kein Endpunkt. Er ist ein Prozess. Und vielleicht ist genau das die wichtigste Erkenntnis :Du findest deinen Stil nicht, in einem einzigen, großen aha-Erlebnis. Stil kristalisiert sich in einem langsamen Prozeß aus dem Tun heraus.
Wenn du tiefer einsteigen möchtest: In meinem Video teile ich weitere Impulse, die dir helfen können, deinen eigenen Stil zu entwickeln

